Protokolle

Ergebnisprotokoll Plena 1-3 Nachttanzdemo 2020

  1. Gründe und Zielsetzung

    Unstrittig ist, dass der Lockdown und die subsequenten Maßnahmen psychisch hochgradig belastend waren und dass das Fehlen kultureller Veranstaltungen die Situation verschlimmert. Unstrittig ist, dass Künstlern ein erhebliches Sonderopfer abverlangt wurde, dass keineswegs durch staatliche Maßnahmen kompensiert wurde und dass eine verlängerte Krise das Gewebe der Kultur und Subkultur irreparabel beschädigen wird. Aus diesen Gründen setzen wir uns das Ziel, eine Versammlung abzuhalten, die erstens hygienisch sicher ist, zweitens die Situation der Künstler vor Ort thematisiert und drittens eine gangbare Lösung der Probleme demonstriert. Diese Lösung soll nicht nur für den Tag der Nachttanzdemo erreicht werden, sondern dauerhaft, für den gesamten Zeitraum der Einschränkungen durch die Pandemie, politisch in Gießen erreicht werden.

  2. Voraussetzungen

    Voraussetzung jedes Konzeptes ist die Annahme, dass auch jüngere Menschen in der Lage sind eigenverantwortlich und in Verantwortung für andere zu handeln. Insbesondere, wenn es um die Etablierung eines dauerhaften Konzeptes gehen soll. Diese Voraussetzung wird kontrovers diskutiert. Zwar gibt es eine Mehrheit, die den Menschen grundsätzlich diese Eigenschaft zuspricht, aber die Zweifel sind bei Einzelnen so stark ausgeprägt, so dass eine Gruppe ihre Teilnahme letztendlich einstellt. Für die Verbleibenden ist es wichtig festzustellen, dass die Annahme der Eigenverantwortlichkeit keine Selbsttäuschung zum Zweck der Bedürfnisbefriedigung ist, sondern zentral für Sinn und Zweck der Versammlung. Dennoch wird anerkannt, dass die verwendeten Mittel auf der Versammlung jederzeit in Rechnung stellen müssen, niemanden in Versuchung zu führen, es also einfach zu machen, Selbstverantwortung zu exerzieren.

  3. Mittel

    Primäres Mittel zur Erreichung der Zwecke ist der Aufruf sich in Gruppen zu formieren und pro Gruppe eine/n Ordner/in zu stellen. Um das zu unterstreichen wird die Durchführung eines Totemworkshops von XR angeregt. Alle Maßnahmen, die dazu führen, die Gruppenbildung attraktiv zu machen werden befürwortet. Die Organisation der Kundgebungsorte ist von entscheidender Bedeutung für die Durchführbarkeit de Konzeptes. Kreidekreise, Verkehrsführung und die Vermeidung von Staus sind dabei die primären Mittel. Eine zunächst debattierte Einführung von Rezeptionen zur Crowd-Control wird wegen eben dieser Staugefahr wieder verworfen, zugunsten passiver Mittel der Verkehrsführung. Die Anmeldeseite auf der Webseite wird dadurch also zum passiven Mittel der Verkehrsführung, nicht zum verbindlichen Eintrittsregler. Die Durchführung eines Umzuges wird kontrovers diskutiert und die Frage, ob sich ein solcher überhaupt kontrolliert durchführen lässt, bleibt bestehen. Bisheriger Stand ist unentschieden, eine demokratische Abstimmung auf den Kundgebungen wird angeregt.Um die Errungenschaften der Nachttanzdemo für alle Bewohner Gießens nutzbar zu machen sehen wir übereinstimmend die Abhaltung einer Petition an den Magistrat der Stadt Gießen als zielführend an. Im Gegensatz zum jüngst aufgekommenen „Frankfurter Modell“, soll diese auf das Versammlungs-, nicht auf das Veranstaltungsrecht abstellen.

  4. Struktur

    Wesentliches Grundelement der Versammlung ist die Organisation der Kundgebungsorte, deren Mindestvoraussetzungen in personeller Hinsicht hier skizziert sind:
FunktionMesseplatzSchwanenteichTheaterparkLahnufer
Stagemanager1111
Versammlungs
-leiter
1111
Fahrer1111
Ordner5555
Toiletten1111
Bereitschaft1111

Die Organisation der Toiletten ist ein strukturelles Problem – einmütig stellen wir fest, das eine Service-Haltung an dieser Stelle unbezahlbar ist. Wir schlagen vor, Mittel zur Desinfektion zur Verfügung zu stellen und eine Aufsicht pro Toilettenanlage zu stellen die die Selbstorganisation sicherstellen soll. Zur Organisation der Müllsituation gilt ähnliches – wir brauchen Müllcontainer vom Stadtfuhramt, eher mehr als weniger und müssen auf die Mithilfe der Teilnehmer setzen.

Wir gründen einen Arbeitskreis zur Formulierung der Petition.

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